Jacques - Entdecker der Ozeane

Regie: Jérôme Salle | Darsteller: Lambert Wilson (Jacques-Yves Cousteau), Pierre Niney, Audrey Tautou u.a.
Abenteuer | Frankreich | 2016 | FSK: 6 | 122 min

Der Forscher, Filmemacher und Entdeckungsreisende Jacques Cousteau wird mit all seinen Widersprüchen porträtiert. Dank eines Budgets, von dem deutsche Regisseure nur träumen können, gelingt Jérôme Salle ein bildgewaltiges Epos, doch nichts überzeugt mehr als die großartigen Hauptdarsteller Lambert Wilson und Pierre Nineny als Vater und Sohn Cousteau.

Mit dem Unfalltod des Sohnes Philippe beginnt das Biopic „Jacques“, das vorgeblich das Leben von Jacques Cousteau nachzeichnet, oft aber einer Doppelbiographie gleicht. Schon das Leben von Cousteau Senior hätte Stoff für zwei Filme geboten: Ausgezeichneter Pilot, im Zweiten Weltkrieg Teil der Résistance, passionierter Taucher und Forscher, der mit seinen bahnbrechenden Aufnahmen von Fischen, Riffen und Korallen den Naturfilm revolutionierte und mit „Die schweigende Welt“ die Goldene Palme gewann, Kapitän des legendären Forschungsschiff Calypso, Familienvater und Träger des Ordens der Ehrenlegion. Doch Cousteau war auch ein Frauenheld, hatte neben den zwei leiblichen Söhnen Philippe und Jean-Michel zwei uneheliche Kinder, war ein Egomane und brachte sich und seine Familie durch seine oft größenwahnsinnigen Ideen an den Rand des Ruins.

Es ist eine der großen Stärken von Jérôme Salles „Jacques“, dass diese Widersprüche, die Ambivalenz in Cousteaus Charakter, nicht unter den Tisch gekehrt, sondern offensiv in den Mittelpunkt gestellt wird. So bildgewaltig die Aufnahmen der Expeditionen auch sind, oft mutet „Jacques“ wie ein dramatisches Kammerspiel an, in dem Vater und Sohn Cousteau aneinander geraten, bald zusammenarbeiten, dann getrennte Wege gehen, um schließlich doch gemeinsam gegen die Verschmutzung der Meere zu kämpfen. Eine Umweltzerstörung, zu der Cousteau ironischerweise einen kleinen Teil beigetragen hat, ließ er sich in den 50er Jahren doch vom Verband der Ölgesellschaften finanzieren, ein faustischer Deal, der ihm zwar ermöglichte mit dem legendären Forschungsschiff Calypso um die Welt zu fahren, den Ölgesellschaften aber wertvolle Gesteinsproben vom Meeresboden, mit denen nach viel versprechenden Ölfeldern gesucht wurde.

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