The Salesman

Regie: Asghar Farhadi | Darsteller: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi u.a.
Drama/Thriller | Frankreich/Iran | 2016 | FSK: 12 | 125 min

Mit „Nader und Simin – Eine Trennung“ gewann Asghar Farhadi Gold samt zweimal Silber auf der Berlinale, danach obendrein den Oscar. Auch diesmal erweist sich der iranische Regisseur und Autor als grandioser Geschichtenerzähler. Abermals geht es um ein Ehepaar, dem die Harmonie abhanden kommt. Sowie um die Frage von Schuld, Sühne und Vergebung. Mit enormer Eleganz entwickelt sich dieses clever konstruierte Drama, das durch plausible Figuren sowie exzellente Darsteller überzeugt

Festival de Cannes: Palme für Bestes Drehbuch an Regisseur Asghar Farhadi; Palme als Bester Hauptdarsteller für Shahab Hosseini.

Mitten in der Nacht droht ein großes Wohnhaus plötzlich einzustürzen. Panisch rennen die Bewohner nach draußen. Einer von ihnen behält im Chaos die Nerven und zeigt sein großes Herz: Er rettet erst den behinderten Nachbarn, bevor er sich selbst in Sicherheit bringt. Seiner Ehefrau Rana ist er ein fürsorglicher Mann. Die Schüler mögen ihn als verständnisvollen Lehrer. In der Hobby-Theatergruppe, wo gerade „Tod eines Handlungsreisenden“ geprobt wird, ist Emad gleichermaßen bei allen beliebt. Einer der Mitspieler vermittelt dem obdachlosen Paar spontan eine neue Wohnung. Alles scheint gut. Merkwürdig nur, dass die Vormieterin ihre Habseligkeiten trotz mehrfacher Aufforderung nicht abholt. Zudem wissen die Nachbarn über die einstige Bewohnerin nur wenig Nettes zu berichten, von häufigen Herrenbesuchen wird gemunkelt. Emad und Rana kümmert das zunächst kaum. Bis Emad eines Abends später nach Hause kommt und die Wohnung leer vorfindet…

Einmal mehr bleibt Autor und Regisseur Asghar Farhadi seinem Ruf als großartiger Geschichtenerzähler treu. Die Konstruktion der komplexen Figuren gelingt mit jener psychologischen Präzision, die das Publikum sofort ergreift, zur Empathie einlädt. Wie schon bei „Nader und Simin – Eine Trennung“ funktioniert diese Ambivalenz erst durch hochkarätige Darsteller. Shahab Hosseini wurde für seine dortige Leistung (gemeinsam mit dem ganzen Ensemble) einst auf der Berlinale preisgekrönt, diesmal bekam er in Cannes die Palme.

Obwohl THE SALESMAN derzeit der erfolgreichste Film im Iran ist, gab es politische Querelen um die Einreichung für den Oscar. Dem iranischen Regisseur wurde vorgeworfen, sein Film sei „nicht einheimisch genug“. Inzwischen steht fest: Farhadi sorgt im Iran nicht nur für überfüllte Kinosäle, sondern darf sein Heimatland auch vor der Academy vertreten.

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