Wendy

Regie: Dagmar Seume | Darsteller: Jule Hermann, Jasmin Gerat, Benjamin Sadler u.a.
Drama/Jugend | Deutschland | 2017 | FSK: 0 , empfohlen ab 9 Jahren | 91 min

Seit die 12-jährige Wendy vom Pferd stürzte, will sie nie wieder reiten. Für die Sommerferien verfrachten ihre Eltern sie nach Rosenborg auf das Gestüt ihrer Oma Herta, wo die Beerdigung des Opas ansteht. Während der finanziell angeschlagene Pferdehof kurz vor dem Verkauf an die Konkurrentin steht, entwickelt Wendy eine Freundschaft zum ebenfalls traumatisierten Schecken Dixie, den sie aus einem trostlosen Verschlag befreit. Nun gilt es, das Pferd vor dem örtlichen Schlachter zu verstecken, der es zu Salami verwursten will. Dafür schwingt sich Wendy aller Bedenken zum Trotz wieder auf den Pferderücken.

Schon während der Anreise zum Reiterhof stellt Wendy klar, dass sie nicht mehr reiten will. Auch die Begegnung mit den Pferden der Oma ändern an dieser Einstellung nichts. Symbolisch für Wendys Verweigerung steht eine Beinschiene, die sie bereits seit einem Jahr trägt. Ja, sie sagt sogar das für ein Cover-Mädchen einer Pferdezeitschrift eigentlich Unaussprechliche: „Ich hasse Pferde!“ Die erste „Wendy“-Verfilmung so beginnen zu lassen, ist eine kluge Prämisse, die dem Kinderfilm einen echten Konflikt verleiht. Zumal Dagmar Seume und die bisher für Fernsehproduktionen tätige Drehbuchautorin Caroline Hecht Wendys Trauma durchaus ernst nehmen, wenn das Mädchen einen bedrohlichen Alptraum vom Sturz träumt und tatsächlich lange nicht reitet, nur um abermals vom Pferd zu fallen, als sie er wieder versucht. Dass man nach Rückschlägen aufstehen und weitermachen soll, lautet die Botschaft, und dass die Freundschaft zum verschmusten Dixie stärker ist als alle Sorgen.

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