Das Athener Stadtviertel Akadimia Platonos ist Hauptschauplatz dieser melancholischen Komödie. Die typische Griechenlandidylle mit strahlend blauem Himmel und weißer Architektur hat hier nichts zu suchen. Die Stadt scheint in einen Dornröschenschlaf versunken, zumindest gehen die Geschäfte für den Kioskbetreiber Stavros und seine Kumpel und Geschäftsnachbarn in einen offenbar vom Niedergang geprägten Viertel schlecht. Privat versucht Stavros immer wieder auch Kontakt zu seiner Ex-Frau aufzunehmen, obwohl die bereits mit einem anderen Mann zusammenlebt. So sitzen er und seine Landsleute denn tagsüber vor ihren Läden, starren in die Luft, dampfplaudern oder spielen Fußball auf dem Platz. Auf die Idee, ähnlich den schräg gegenüber einziehenden Chinesen Initiative zu zeigen und ein Geschäft aufzuziehen, kommen sie nicht. Selbst der Vorschlag, ihnen den Laden doch zu verpachten und so wenigstens eine gesicherte Einnahme zu erhalten, lehnt Stavros ab. Lieber wird gelästert, was insbesondere dann markante Formen annimmt, sobald es um Albaner geht.
Doch dann stürzt Stavros eines Tages in eine Identitätskrise. Ein Albaner kreuzt auf und wird von Stavros dementer Mutter für ihren vergessenen Sohn gehalten, einen Bruder Stavros also, von dem nie die Rede war. Als ob dies aber nicht schon genug des Unwahrscheinlichen wäre, fängt die Mutter beim Anblick des Fremden auch noch an, perfekt albanisch zu sprechen
Der Humor in dieser Komödie kommt auf leisen Sohlen, ist eher nachdenklicher Natur und alles Fremde zu allererst einmal suspekt. Erst die Situation, selbst in die Rolle eines Albaners gedrängt zu werden und die festgefahrenen Ansichten zu hinterfragen, lässt Stavros seine von Vorurteilen geprägte Welt von einer anderen Seite betrachten. Auch seine Freunde müssen nun Position beziehen, soll es nicht zur Tragödie kommen. Ein Ansatz, der nicht allein nur in Bezug auf Griechenland Anwendung finden sollte. In Locarno wurde diese charmant vorgetragene Sicht im vergangenen Jahr mit dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet.