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Dresdner Interregnum 1991

Dresdner Interregnum

Regie: Werner Kohlert
Dokumentation | Deutschland | 2009 | 60 min

„Dresdner Interregnum 1991“ ist ein einmaliges Dokument, das es so im Anliegen, Umfang und Ausführung in Ostdeutschland noch nicht gegeben hat. Im Oktober 1991 filmte der Dresdner Kameramann, Autor und Regisseur Werner Kohlert, seine Stadt im Auftrag des Kulturamtes.

Dabei entstanden 6000 Meter Film, welche die Elbmetropole in der Zeit des Umbruchs und der Neufindung verewigten: das Grau der Innenstadt, die ersten Aufbrüche in die westliche Warenwelt, Ruinen der Neustadt, die schon dem Abriss geweiht waren bis hin zur Tristesse der Neubausiedlungen am Rande der Stadt.
Rund 18 Jahre danach fasste Werner Kohlert seine Aufnahmen zu einem 60 minütigen Filmdokument zusammen, wohl wissend, dass jetzt die Zeit reif ist, um vergleichend, manchmal auch staunend auf die Metamorphose Dresdens zurückzuschauen.
„Dresdner Interregnum 1991“ regt zur Diskussion an, über den Wandel der Städte in Ostdeutschland im positiven, wie auch im negativen Sinne, fragt nach den Menschen , die die Stadt prägten und von der Stadt geprägt wurden und werden. Die Dokumentation erinnert an eine entschwundene Vergangenheit und schärft den Blick auf die Gegenwart.
Das „ Dresdner Interregnum 1991“ wird begleitet von Zitaten des französischen Schriftstellers Charles Baudelaire und Musik von Oliver Messian.


Die Entstehung des Films:
Angeregt durch den damaligen Kulturbürgermeister Ulf Göpfert, begann Werner Kohlert 1991 die Stadt zu filmen, drehte mit einer Arriflex 35mm (stumm), was ihm vor die „Linse“ kam, sammelte Motive, wie die Stadt sie ihm damals darbot. Die Bilder lagen förmlich auf der Straße, sagte er. Eine dramaturgische Konzeption hatte er damals noch nicht, wusste aber, dass diese Aufnahmen, um bedeutend zu werden, erst altern müssen. Mit 6000 Meter Farb-Material, welches die Agfa-Leverkusen der Stadt Dresden schenkte, hatte Werner Kohlert nun die Möglichkeit, den baulichen Zustand Dresdens zu dokumentieren. Da waren noch die Ruinen aus dem Krieg, da waren die Häuser, die den Krieg überstanden hatten, die aber aus Mangel und Interessenlosigkeit zerfielen und da waren die Gebäude, die neu errichtet, die einfachsten Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen mussten. So bilden das Stadtzentrum mit Residenzschloss, die Äußere Neustadt und auch das Neubaugebiet Gorbitz bizarre Gegensätze in seinen Aufnahmen.
Die Vorführdauer des gedrehten Materials betrug über drei Stunden. Wer aber hätte die Ausdauer, das alles anzusehen? Erst im Jahr 2009 wurde das Rohmaterial von ihm geordnet, geschnitten und nun endlich neu vertont, also mit Sprache, Musik und Geräuschen versehen. Das Ziel war es, eine Dokumentation, eine anschaulich-eindringliche Bestandsaufnahme Dresdens im Jahre 1991 zu schaffen.

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