19. Oktober 2023
Zwei Filme, die im Kino (muss man sagen, im östlichen Kino?) mit ordentlichen Zahlen bedacht wurden und auch dem Ost in diesem Jahr mit zwei ausverkauften Saal-Eins-Premieren zwei feine Begegnungen brachten, sind gerade fürs Heimkino erschienen: WENZEL – GLAUBT NIE, WAS ICH SINGE sowie OLAF JAGGER. Der Liedpoet Hans-Eckardt Wenzel und Komiker/Musiker Olaf Schubert haben, wann immer sie in der Gegend auftreten, Heimspiele. Und auch beide Werke - hier eine porträtierende Dokumentary, dort eine launige Mockumentary - sollten wohl in privaten Fan-Videotheken nicht fehlen. Ist auch das Bonusmaterial der Grund dafür?
Bei WENZEL fällt es zwar knapp aus, ist aber von besonderem Wert, denn es enthält ein knapp viertelstündiges Gespräch von Regisseur Lew Hohmann mit der im März so still verstorbenen Antje Vollmer, geführt im August 2021, als die ehemalige Grünen-Politikerin, Bundestagsvizepräsidentin und Theologin schon schwer von ihrer Krankheit gezeichnet war. Aber: Was sind das für kluge, zärtliche, präzise Worte über eine echte Freundschaft, die Kunst, Deutschland und das Leben! Berührend! Bereichernd!
Bei Olaf Schubert heißt der Bonus „xtra Zeugs“ mit „gelöschten Momenten“ (17 an der Zahl im 20-minütigen Spektrum von verzichtbar bis wirklich lustig), „Interviewschnipseln“, einem Video zur Adaption von Renfts „Wer die Rose ehrt“ und dann mit eben diesem Audiokommentar dreier Stimmen (Olaf Schubert, Regisseurin Heike Fink und Produzent Torsten Reglin). Den sollte man sich wirklich geben. Vielleicht das erste Mal?
+ + WENZEL – GLAUBT NIE, WAS ICH SINGE ist bei Arsenal/good!movies, OLAF JAGGER bei Neue Visionen/good!movies erschienen