31. März 2024
Schon Anfang des Jahres gab es an dieser Stelle zu schwärmen und zu gratulieren. DER JUNGE UND DER REIHER, das neueste Animationsabenteuer des Japaners Hayao Miyazaki, war just an seinem 83. Geburtstag in Deutschland gestartet. Bis heute sahen bald 600.000 Zuschauer dieses feine Stück für die ganze Familie. Bei der jüngsten Oscar-Verleihung gab es zudem die (leider etwas unterbelichtete) Ehrung für den „Besten Animationsfilm“. Und die Miyazaki-Festspiele auf der großen Leinwand gehen jetzt weiter.
Denn die Lust auf japanischen Trick wurde neu entfacht. Jene, die Hayao Miyazaki bis zum „Reiher“ wirklich noch nicht kannten, hakten nach und besorgten sich – so verfügbar – auf DVD dessen frühe Werke. Doch Heimkino ist eben Heimkino, beschränkt wirkungsvoll, trotz Beamer in der Garage. Nach und nach zieht das echte Kino nach, restauriert ausgewählte Streifen, frisiert Farben und Klänge und schafft so eine völlig neue oder eben erste Seherfahrung. Konkret geht es zunächst um PRINZESSIN MONONOKE (1997) und LUPIN III: DAS SCHLOSS DES CAGLIASTRO (1979).
Während Ersterer schon in seinem Erscheinungsjahr für einen fulminanten Welterfolg sorgen durfte und endlich den Namen Miyazaki einführte, hatte es dessen Langfilm-Debüt sehr schwer, außerhalb Japans oder aus ausgewählten Kreisen heraus in der einzig gültigen Fassung gesehen zu werden. Immer wieder gab es Rechtsstreitigkeiten, Eingriffe, Sperren. Dass Hayao Miyazaki aber weit vor 1985 - als der Regisseur, Zeichner und Drehbuchautor zusammen mit Isao Takahata das längst legendäre Studio Ghibli gründete, um freier und unabhängiger in der Arbeit zu werden - am Fundament seines Schaffens arbeitete, wird selbst für Fans erst jetzt so richtig vollendet. Meisterdieb LUPIN III sorgt dafür. Der hatte schon in zahlreichen Fernsehfolgen für Freude, Spannung und Spaß gesorgt. Daraus dann Ende der Siebziger das erste große Werk zu basteln, lag für Miyazaki auf der Hand, besser: in der Hand. Auch 45 Jahre später sollte man es keinesfalls verpassen.
Post für Andreas Körner