Körners Corner - schreiben über Film


6. Dezember 2023

Kinder, Kinder? Kinder!

Die Zeiten sind – gottlob! – lange vorbei, als man in Filmkreisen davon abriet, mit Kindern und Hunden zu arbeiten. Sie wären sowieso schwer zu finden und würden dann machen, was sie wollen, lautete die Begründung, wären schwer zu bändigen und im Tagesdienst am Set viel zu unflexibel, weil nicht über die volle Zeit verfügbar. Wie jetzt? Bei der Gattung der satten und eitlen, schwer arroganten, also schwierigen Erwachsenen ist es anders?
Das mit den Hunden wurde in diesem Filmjahr von Luc Besson und seinem wuchtigen DOGMAN noch einmal eindrücklich widerlegt und das mit den Kindern wird – auch fern der puren Kinder- und Familienfilme – fast monatlich Lügen gestraft. Hoch interessant aber wird es, wenn es auf Festivals und Jahresehrungen um Hauptpreise im darstellerischen Bereich geht. Da heißt es mal schnell: Dürfen Kinderdarsteller überhaupt in diesem Maße geehrt werden? Sie, die Laien und Aus-dem-Bauch-heraus-Spielenden, anstatt ausschließlich die Profilierten und Studierten? Finden Sie bitte Ihre eigene Meinung.
Was waren denn die herausragendsten, berührendsten, Schnappatmung erzeugenden Kinokinder der vergangenen Jahre? Ich biete an dieser Stelle gern eine Auswahl auf der nach oben offenen Leinwandskala ab:

+ + Helena Zengel in SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt
+ + Woody Norman in COME ON, COME ON von Mike Mills
+ + Gustav De Wael und Eden Dambrine in CLOSE von Lukas Dhont
+ + Sofía Otero in 20.000 ARTEN VON BIENEN von Estibaliz Urresola Solaguren
+ + Catherine Clinch in THE QUIET GIRL von Colm Bairéad

Das wirklich großartige irische Drama THE QUIET GIRL ist übrigens noch im Dezember-Tagesprogramm zu finden.

Post an Andreas Körner