Die Legende des Wüstenkindes

L'Enfant Du Désert

Frankreich 2026 92 min

Regie: Gilles de Maistre

Darsteller: Nahel Tran, Zayn Sekkat, Nahïl Bouazzaoui

FSK: 6

empfohlen ab 3. Klasse, ab 8 Jahren

Während einer Reise durch die Sahara wird der zweijährige Hadara durch einen Sandsturm von seiner Mutter getrennt. Eigentlich wäre das Kind in dieser menschenfeindlichen Umgebung dem Tode geweiht, wenn es nicht auf eine Straußenherde treffen würde, die es zögerlich aufnimmt. Hadara passt sich schnell an das neue Leben an, findet eine seltene Wasserquelle und wird auch damit konfrontiert, dass er als Mensch ein Außenseiter bleibt. 

Die Würmer, die die Vögel verspeisen, schmecken ihm nicht so recht; seine neue Familie verlegt ihm deshalb mit einem kräftigen Fußstampfer einen nahrhaften Skorpion. Als der Junge älter und selbstbewusster wird, revanchiert er sich und beschützt die frisch gelegten Straußeneier vor Raubtieren.

Ein Hauch vom „Dschungelbuch“ und der Exotik aus „1001 Nacht“ weht durch den Abenteuerfilm. Vor archaischer, atemberaubender Kulisse lebt Hadara im Einklang mit der Natur und findet in einem Wüstenfuchs schließlich seinen besten Freund. Dass der Junge anders als seine tierischen Gefährten ist, beschäftigt ihn zwar, doch den Menschen, den er heimlich aus der Ferne beobachtet, fühlt er sich auch nicht näher als den Tieren.

Eine 14-jährige Französin hat einen Bestseller über einen in der Wüste verschollenen Jungen geschrieben, der von Straußen großgezogen wird. Doch dann erfährt sie, dass sich die von ihrem Großvater vermeintlich erfundene und von ihr adaptierte Geschichte tatsächlich zugetragen haben soll. Von Menschen in der Sahara lässt sie sich die wahre Version erzählen. Der Abenteuerfilm will neben seiner archaischen Erzählung über Zugehörigkeit auch den kolonialen Blick des Westens entlarven.

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