Wir schreiben das Jahr 1815: Nach neunzehn Jahren harter Arbeit, Gewalt und Leid für den Diebstahl eines Brotes wird Jean Valjean aus dem Gefängnis entlassen. Erfüllt von Wut und einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, ist er zu einem gefährlichen Mann geworden, der niemandem traut. Er irrt verzweifelt durch den Süden Frankreichs und sucht Unterschlupf in einem kleinen Dorf, wird aber immer wieder abgewiesen. Unwissentlich findet Jean Valjean Zuflucht und Gastfreundschaft im Haus von Bischof Bienvenu, der mit seiner Schwester und seiner Magd ein einfaches Leben führt.
Jean Valjean ist überrascht vom herzlichen Empfang des Bischofs und seine inneren Dämonen beginnen nach und nach zu schwinden. Doch die Rachegefühle und die Vorurteile der Dorfbewohner lassen ihn nicht los. Wird er sich dennoch zu einem anderen Menschen wandeln können? Jean Valjean steht am Scheideweg seines Lebens.
Éric Besnard wagt sich mit LES MISÉRABLES – Die Geschichte von Jean Valjean mutig an Victor Hugos Monumentalwerk. Er zaubert aus den ersten 150 Seiten des Romans ein fulminantes Leinwanderlebnis über die Entstehung und Entwicklung des späteren Romanhelden und verbindet dabei kongenial die Sprache des 19. Jahrhunderts mit der des 21. Jahrhunderts.
„Die Geschichte eines Menschen ist nicht nur die Geschichte eines Menschen, sondern auch die der Menschen, denen er begegnet. Diese werden manchmal vergessen, weil ihr Schicksal weniger einprägsam, weniger außergewöhnlich und weniger romantisch ist. Aber es gibt unter ihnen außergewöhnliche Persönlichkeiten. Persönlichkeiten, die Hoffnung geben, indem sie den Raum zwischen dem was ist und dem was sein sollte, verkleinern. Sie zeigen ihnen mehr als nur den Weg, sie zeigen ihnen, was möglich ist. Sie geben ihnen die Unschuld zurück.“ (aus: Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean)