französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Keine 25 Minuten vergehen hier bis zum Ein- und Untertauchen. Es gibt Blicke ins Arbeits- und Familienleben einer Frau in ihren Dreißigern, das Gefühl befreiter Romantik, eine waghalsige Trennung, einen Umzug und den Tod. Kika, Mutter einer Zehnjährigen, Sozialarbeiterin und gerade noch „einfach sehr, sehr verliebt“, droht selbst zum Sozialfall zu werden. Wohnungslos, mittellos – hoffnungslos? Wenn Kika sagt: „Ich schaffe das!“, will man es ihr glauben.
Sie entscheidet sich intuitiv, über ihre Kräfte zu gehen und erinnert sich an eine Klientin, die ihre Miete nur stemmen kann, weil sie im Netz getragene Slips an spezielle Kunden verkauft. Für 100 Euro, getarnt als Kunstaktion. Kikas Weg zur Domina und Sexarbeiterin wird vor allem eine Person in besonderem Maße verblüffen: sie selbst.
Manon Clavel spielt ihre erste Hauptrolle im Spielfilmdebüt der belgisch-französischen Regisseurin Alexe Poukine. Doch keine Unsicherheiten sind zu spüren, kein Abtasten, vielleicht ein Überziehen. Poukine kommt aus der Präzision des Dokumentarischen und widersetzt sich jeder Form von Künstlichkeit.
Andreas Körner