Mo 09.11. 19:30

Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Maria Wischnewski

Helene Weigel

Revolutionärin im Rampenlicht

Deutschland, Österreich 2026 107 min

Regie: Maria Wischnewski

Darsteller: Birgit Minichmayr, August Diehl, Katharina Thalbach

FSK: 6

Bis heute bedeutet sie die Welt für jene Bretter, die die Welt bedeuten. Helene Weigel hat ein Vermächtnis hinterlassen – mit ihrem eigenen Werk und dem ihres Mannes Bertolt Brecht, der an ihr wuchs und nur mit ihr Theatergeschichte schreiben konnte. Von der „lärmendsten Schauspielerin Berlins“, die Anfang der 1920er Jahre mit explosivem Stil und rabiater Behauptungskunst zum Theaterstar der Hauptstadt aufstieg, zur Intendantin des Berliner Ensembles, die altes Kriegsgerät als Theatertechnik verbauen ließ. Sie war eine Macherin, die sich für nichts zu fein war.

Ihr Spektrum reichte von der Handwerkerin bis zur Erneuerin des Epischen Theaters, von der Sängerin in Arbeiterkneipen bis zur Matriarchin mit Masterplan, die sich und ihr Theaterhaus gegen alle Verwerfungen der Nachkriegszeit zu wehren wusste. Für viele Menschen in der jungen DDR wurde sie zur Hoffnungsträgerin. Der Dokumentarfilm füllt eine gravierende Lücke, denn erschütternd wenig wird an den gewaltigen Spielraum erinnert, den Helene Weigel für sich, die Schauspielkunst und die Kulturpolitik erkämpfte. Er lässt teilhaben an diesem verwegenen, rasanten, tragischen Leben, das voller Erschütterungen und Energie steckt. Höchste Zeit ist es für die Geschichte dieser Jüdin aus Wien, die zu einer Frau der Extreme wurde.

Mit Feingefühl erzählt Regisseurin Maria Wischnewski auch von der privaten Seite dieses Lebens, von Liebe und Schmerz einer zutiefst menschlichen Heldin. Sie folgt ihren familiären Spuren und Verzweigungen bis in die Generation, die heute in den USA lebt.