italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Zum 50. Todestag von Luchino Visconti
Ein reicher, verwitweter Professor sammelt in seinem Haus in Rom Gruppenbilder von Familien, doch echte Menschen hat er schon lange nicht mehr um sich. Als sich im Obergeschoss seines großzügigen Palazzos die leichtlebige Marchesa Brumonti mit ihrem Anhang einnistet, wird seine Ruhe empfindlich gestört.
Gegen seinen Willen wird er in Affären und Auseinandersetzungen verwickelt, doch der junge Liebhaber der Marchesa, Konrad, fasziniert ihn …
In seinem preisgekrönten Alterswerk widmet sich Visconti abermals der Vergänglichkeit, der Schönheit und dem Verlangen, inszeniert meisterhaft den Zusammenprall gegensätzlicher Milieus.
„Den Film drehte Luchino Visconti aufgrund seiner Krankheit, die ihn schließlich zum Tod führen sollte, im Rollstuhl. In seinem Zustand hatte Visconti an einen Film gedacht, der ohne allzu großen Aufwand vollständig im Studio gedreht werden konnte. Er war jedoch sehr stolz und vor allem ein Perfektionist: Schon bald nahm der Film die Dimensionen einer großen und sorgfältig vorbereiteten Produktion an, wenn auch eines „Kammerfilms“, in dem Bewusstsein (so Visconti), dass „ein Streichquartett von Schubert nicht weniger wert ist als eine Sinfonie von Mahler“. Mit Burt Lancaster, der sich für die Darstellung des alten Professors direkt von Visconti selbst inspirieren ließ und ihn sogar bei seinen alltäglichen Gesten beobachtete, sowie einer außergewöhnlichen Silvana Mangano in den Hauptrollen war der Film glanzvoll besetzt.
Gruppo di famiglia in un interno ist weit mehr als ein Schwanengesang, es ist ein echtes filmisches Vermächtnis, das einige Leitmotive des Menschen und Künstlers Visconti wieder aufgreift. Einerseits die soziale und politische Dimension, die in seinem Kino stets präsent ist (im Film geht es um Terrorismus und Gefahren für die Demokratie), andererseits die aristokratische und empfindsame Seele eines Autors, der seinem Mythos stets gerecht wurde und eine zentrale Figur der italienischen Kulturszene war." Piero Spila