Sa 24.10. 20:30

Berlinale: Preis Der Ökumenischen Jury

Moscas - Fliegen und andere Gäste

Mexiko, Spanien 2026 99 min

Regie: Fernando Eimbcke

Darsteller: Teresita Sánchez, Bastian Escobar, Hugo Ramírez, Enrique Arreola

FSK: 6

Olga führt ein streng abgezirkeltes Leben in einem großen Wohnblock in Mexico Stadt, ohne Freundschaften und Beziehungen. Als sie in einer finanziellen Notlage ein Zimmer untervermieten muss, zieht ein Mann vom Land ein, der seine erkrankte Frau im nahegelegenen Hospital unterstützt. Erst spät bemerkt Olga, dass der Mann nachts seinen 9jährigen Sohn mit in die Wohnung schmuggelt. So groß ihre Wut sein mag, sie kann sich dem Charme des Jungen nicht entziehen, der nichts unversucht lässt, um zu seiner Mutter ins Krankenhaus zu gelangen. 

So sieht es manchmal aus, was übrigbleibt von den Versprechungen des Lebens: ein kleines Appartement in einem anonymen Sozialbau. Nachbarn, die man nicht kennt, obwohl man sie, zumal beim Sex, ständig hört. Tage, die in Monotonie dahingehen. Ein Dasein, durchtränkt von Einsamkeit und Verbitterung und alles vehement abwehrend, was einem zu nahe kommt. Gilt selbst für die Fliegen in der Wohnung, die Olga mit schon pathologischer Verbissenheit jagt. In MOSCAS ist Olga die bärbeißige Antiheldin von der traurigen Gestalt. Eine Verlassene, die wohl auch deshalb keinen Menschen mehr an sich heranlässt, weil ein nochmaliger Verlust nicht auszuhalten wäre. Und doch nimmt Olga mit Tulio und dessen 9jährigem Sohn Cristian zwei Untermieter auf. Notgedrungen, aus finanziellem Pragmatismus. Und ja, auch nur vorübergehend. Aber dann natürlich doch mit Folgen.

Regisseur Fernando Eimbcke erzählt weder eine besonders aufregende noch besonders originelle Geschichte. Geht es doch mal wieder darum, wie ein verschlossener Mensch, Olga, sich wieder zu öffnen beginnt. Und natürlich ist dieses Kind, Cristian, dafür der emotionale Schlüssel. Und das wiederum, weil die krebskranke Mutter des Jungen in jenem Krankenhaus liegt, auf dessen triste Fassade man direkt aus Olgas Fenstern blicken kann. Und klar: Wie für die meisten Kinder gehört auch für Cristian zu den ganz selbstverständlichen Versprechungen des Lebens, dass alles gut wird. Olga freilich weiß es besser.

TRAILER